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Behandlungsmöglichkeiten

Manche Hydrocephalus-Formen erfordern keine Behandlung. In einigen Fällen ist der Hydrocephalus temporär und benötigt ebenfalls keine dauerhafte Therapie. Meist ist jedoch eine Behandlung notwendig, die in der Regel chirurgisch erfolgt. Die lange Zeit praktizierte medikamentöse Therapie kann mit unangenehmen Nebenwirkungen einhergehen und ist zudem häufig erfolglos.

Es gibt je nach Ursache des Hydrocephalus generell zwei Optionen: Zum einen die Anlage von Nervenwasser ableitenden Systemen - sog. Shunts - oder aber die neuroendoskopische Operationsmethode..

Der gängige Behandlungsansatz besteht in der Implantation eines Shunts. Hierdurch wird der Hydrocephalus allerdings nicht „geheilt“ und die Hirnschädigung bleibt bestehen. Der Shunt reguliert den Hirndruck, indem er überschüssige CSF ableitet und somit einer Verschlimmerung vorbeugt. Die durch den erhöhten Druck verursachten Symptome bessern sich nach diesem Eingriff meist, jedoch bleiben vorliegende Hirnschädigungen bestehen.

Alternativ kann eine so genannte Drittventrikulostomie in Frage kommen (siehe unten). Dies macht einen Shunt überflüssig, ist jedoch nicht bei allen Hydrocephalus-Formen möglich. Zudem wird sie nicht in allen neurochirurgischen Einrichtungen angeboten.

Grundsätzlich ist festzustellen: Ein Hydrocephalus ist nicht heilbar. In den meisten Fällen bleibt diese Störung lebenslang erhalten. Man kann lediglich die Symptome zurückbilden. Eine Ausnahme bilden Fälle, in denen ein Hirntumor die Ursache ist. Falls der Tumor entfernt werden kann, wird der Liquorfluss ggf. wiederhergestellt.

Ein Shunt (bestehend aus Silikon oder Kunststoff) ist ein Kathetersystem zur Umleitung des überschüssigen Liquors um die Blockade herum und zurück in den Blutkreislauf. Der Shunt besteht aus einem Schlauchsystem mit einem Ventil, das den Durchfluss reguliert und den Rückfluss verhindert. Das System wird chirurgisch implantiert.

Das obere Ende dieses Leitungssystems wird in einem Hirnventrikel platziert, das untere Ende mündet entweder in das Herz (ventrikuloatrialer Shunt) oder in den Bauchraum (ventrikuloperitonealer Shunt). Das gesamte System liegt innerhalb des Körpers. Die in den Bauchraum umgeleitete Flüssigkeit wird von dort in den Blutkreislauf aufgenommen. Außerdem gibt es noch den ventrikulopleuralen Shunt, bei dem die Drainage in den Pleuraspalt zwischen Lunge und Rippenfell mündet.

Ein Shunt besteht aus:

  • einem Katheter (flexibler Schlauch), der je nach Hydrocephalus-Typ in einem Hirnventrikel oder dem Spinalraum positioniert wird;
  • einem Ventil, das Menge, Druck und Fließrichtung des Liquors reguliert, so dass er nur vom Gehirn weg fließen kann (das Ventil verhindert den Rückfluss);
  • einem Schlauch, der vom Ventil zum Bauchfell führt, wo der Liquor absorbiert wird.

In den meisten Fällen soll der Shunt lebenslang verbleiben, jedoch muss er manchmal geprüft oder getauscht werden. So kann z.B. der Schlauch zu kurz werden, wenn das Kind wächst. Dann muss er operativ verlängert werden. Auch kann es, wie bei jedem Implantat, zu einem mechanischen Versagen kommen. Es können auch Probleme infolge von Shuntverschluss oder Shuntinfektion auftreten.

Eine Alternative hierzu ist der minimal-invasive Ansatz der endoskopischen Drittventrikulostomie. Diese ist in nahezu der Hälfte aller Fälle möglich: Bei dieser Methode wird das 3. Hirnventrikel im unteren Bereich perforiert, so dass der Liquor von den Ventrikeln in den Subarachnoidalraum abfließen kann, wo er resorbiert wird.

Ist der Hydrocephalus die Folge einer intraventrikulären Obstruktion, einer Obstruktion des Liquorabflusses in den Öffnungen des 4. Ventrikels oder einer Obstruktion in den basalen Subarachnoidalräumen im Bereich des 4. Ventrikels, so kann durch die endoskopische Drittventrikulostomie eine Umleitung dieser Blockade geschaffen und Linderung erreicht werden, sofern die Mechanismen der Liquorabsorption ausreichend funktionieren. Beim Hydrocephalus-Management durch Drittventrikulostomie wird also eine natürliche Umleitung im Hirn geschaffen, durch die der Liquor abgeleitet wird.

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