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Joint Venture: Das Sokoto Noma Projekt

Darauf sind wir immer noch stolz!

Das bisher größte, arbeitsintensivste und langjährigste Projekt unserer Stiftung war das Hilfsprojekt für Noma-Opfer in Westafrika. Zwischen 1996 und 2011 schickten wir in Kooperation mit anderen europäischen Hilfsorganisationen 50 erfahrene Ärzteteams nach Sokoto/Nigeria. Sie operierten Hunderte von Kindern, die ohne diese Hilfe kaum eine Überlebenschance gehabt hätten. Nach 15 Jahren wurde das Projekt in einheimische Hände übergeben.

„Noma“ ist die Bezeichnung für schwerste Gesichtsdefekte, die durch eine bakterielle Mischinfektion verursacht werden. Betroffen sind vor allem kleine Kinder in den sogenannten Entwicklungsländern, die aufgrund ihrer Armut und ihrer Lebensumstände nicht genügend Abwehrkräfte produzieren können. Mit Antibiotika könnte die Infektion eingedämmt werden, doch es fehlt nicht nur an Medikamenten, sondern auch an Aufklärung. Am Anfang hatten wir alle eines gemeinsam: Wir waren zutiefst geschockt, als wir das erste Mal mit diesen schwer versehrten Noma-Kindern konfrontiert wurden. Seitdem konnten wir das, was wir gesehen haben, nicht mehr ignorieren.

Die Sokoto-Initiative wurde Mitte der 90er Jahre durch unsere Stiftung ins Leben gerufen. Allerdings wäre die Realisierung dieses Projektes nicht ohne die Unterstützung und die Mitarbeit anderer Organisationen möglich gewesen, die sich zum Teil auf Noma spezialisiert haben: Die Dutch Noma Foundation wurde der erste Kooperationspartner unserer Stiftung, nachdem deutsche und holländischen Chirurgen, Anästhesisten und OP-Schwestern 1996 den ersten gemeinsamen Team-Einsatz in Nigeria durchgeführt hatten. Die DNF unterstützte und initialisierte Projekte und Forschungsvorhaben, die langfristig zur Prävention und zur Heilung von Noma beitragen sollen. Kampagnen, Vorträge und Fundraising-Aktivitäten bildetenn die finanzielle Grundlage für den Kampf gegen Noma. Die DNF zielt zum einen auf Prävention und zum anderen auf die Behandlung der Noma-Opfer ab. Im Zusammenhang mit der chirurgischen Behandlung der Noma-Opfer vertraut die Dutch Noma Foundation auf die enge Zusammenarbeit mit den Mitgliedern von Interplast.

Interplast ist eine internationale Verbindung von erfahrenen Plastischen Chirurgen, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen und Anästhesisten mit Sektionen in zahlreichen Ländern Europas und in den USA. Interplast bietet kostenlose ärztliche Behandlung für Patienten mit angeborenen und erworbenen Defekten sowie Gesichtsmissbildungen in Entwicklungsländern an (Lippen-Kiefer-, Gaumenspalten schwere Verbrennungsnarben, Tumore, Defekte durch Unfälle oder Kriegsfolgen). Interplast-Mitglieder arbeiten weltweit unter extrem schwierigen Bedingungen. Da die plastisch-chirurgische Behandlung von Noma als eine enorme Herausforderung betrachtet wird, war die freiwillige Teilnahme dieser engagierten und sehr erfahrenen Chirurgen, Anästhesisten und Op-Schwestern an den Team-Missionen ein unentbehrlicher Bestandteil des Noma-Projektes in Sokoto.

Facing Africa ist im Jahr 2000 in das Projekt eingestiegen. Die britische Charity wurde 1998 von Chris und Terry Lawrence und Dr. Allan Thom gegründet. Sie hörten von der schrecklichen Situation der Kinder, die unter Noma leiden und entschieden, im Kampf gegen Noma zu helfen. Sie forschten nach, sprachen mit Dutzenden von Leuten. Aber es war mühsam, ausführliche Informationen und Antworten zu erhalten. Sollten sie versuchen, einzelne Noma-Opfer zu finden und für komplizierte Gesichtsoperationen Monate lang nach England zu holen, oder sollten sie versuchen, ein Team von den Freiwilligen zu bilden, um die Kinder in ihrer Heimat behandeln zu lassen? Nach langen Überlegungen wurde festgestellt, dass es weitaus sinnvoller ist, medizinische Teameinsätze an einem ausgewählten Standort in Afrika zu unterstützen. So wurde damals entschieden, dass Facing Africa an den Hilfseinsätzen in Sokoto teilnehmen wird. Diese Kooperation dauerte bis 2011. Zwischenzeitlich hat Facing Africa ein eigenes Hilfsprojekt in Äthiopien auf die Beine gestellt.

Download: Das Sokoto Noma Projekt (pdf 1.3 MB | 01.09.2015)
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